Die Kosten für ein Pflegeheim

Ältere Menschen benötigen oft Unterstützung im Alltag. Gleiches gilt für Personen, die unter schlimmen Erkrankungen leiden oder durch  einen Unfall oder Schlaganfall zum Pflegefall werden.

In einigen Fällen reicht eine ambulante Unterstützung durch die Familie oder einen Pflegedienst aus, aber manchmal führt kein Weg an einem Pflegeheim vorbei. Betroffene und Angehörige wissen oft nicht, was an Kosten auf sie zukommt und wo sie welche Anträge stellen können.

Die Kosten für ein Pflegeheim berechnen

Damit Sie herausfinden können, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie selbst oder ein Angehöriger in ein Pflegeheim müssen, sollten Sie sich zuerst mit dem MDK in Verbindung setzen. Diese werden ein Gutachten erstellen, welches der Kranken- und Pflegekasse vorgelegt wird. Aus diesem Gutachten geht hervor, welche Pflegestufe anerkannt wird.

Die Pflegestufen gliedern sich von 0 bis 4, zur stationären Aufnahme ist mindestens Pflegestufe 1 erforderlich. Umso höher die anerkannte Pflegestufe ist, desto mehr Kosten werden übernommen.

Für Pflegeheime gibt es keine feste Pauschale, an die sich die Institutionen halten müssen. Jede Einrichtung kann frei darüber entscheiden, wie teuer der Aufenthalt in dem Pflegeheim ist. Zwischen den Bundesländern gibt es ebenso sehr große Unterschiede: die teuersten Pflegeeinrichtungen befinden sich in Nordrhein-Westfalen, in denen der Monatsbetrag knapp 4000 Euro im Durchschnitt beträgt.

Die günstigsten Preise für Pflegeheime gibt es in Sachsen-Anhalt. Durchschnittlich werden dort pro Monat 2500,-€ verlangt. Der Betrag, der von der Pflegeversicherung gezahlt wird, bleibt jedoch davon unberührt. Unabhängig des Wohnortes richtet sich der Wert für zusätzliche Kosten nach der Pflegestufe.

Bei der Berechnung der Pflegestufe muss ein Pflegebedürftiger Unterstützung in verschiedenen Bereichen benötigen. Pauschale Zeitberechnungen für festgelegte, anerkannte Tätigkeiten, ergeben die Pflegestufe. Hauptsächlich ist dies nach körperlichen Einschränkungen festgelegt, so dass psychisch Erkrankte oder Demenzkranke oft nicht ausreichend gepflegt werden können.

Für Stufe 0 wird nur ein minimaler Bedarf in der häuslichen Pflege anerkannt, bei Pflegestufe 1 bis 4 betragen die Kostenerstattungen zwischen 1023,- und 1918,- Euro. Stufe 4 wird auch Härtefall-Stufe genannt und setzt eine Pflegebedürftigkeit von mehreren Stunden voraus, die auch teilweise in der Nacht liegen müssen.

Wie zahle ich die Unterbringung in ein Pflegeheim?

Liegt die Pflegestufe unterhalb der benötigten Pflege, so können Sie schriftlich Widerspruch bei der Kranken- und Pflegekasse einlegen. Da hier Fristen nach der Zusendung des Bescheides über die Pflegestufe ablaufen, reicht es erstmal nur mitzuteilen, dass Sie Widerspruch einlegen.

Am besten lassen Sie sich von einem Anwalt oder Pflegedienst beraten und fordern das Gutachten des MDK zur Einsicht an. Anschließend können Sie alles in Ruhe durchgehen und schauen, ob etwas übersehen oder falsch berechnet wurde, damit Sie eine Korrektur der Pflegestufe veranlassen können.

Wird keine Pflegestufe anerkannt, aber ist ein Aufenthalt in eine Pflegeeinrichtung trotzdem nötig, so ist dies möglich mit einer speziellen Bescheinigung durch die Pflegekasse. Nachdem die Pflegestufe feststeht, wissen Sie, wieviel durch die Pflegekasse bezahlt wird.

Für einen stationären Aufenthalt reichen die hiervon übernommen Kosten nicht zur Deckung der Pflegeheimkosten aus. Für den Differenzbetrag werden die Einkünfte des Pflegebedürftigen mit einbezogen. Sollte der summierte Betrag nicht ausreichen, um die Kosten für eine Unterbringung in einem Pflegeheim zu decken, so können Sie einen Antrag beim Sozialamt stellen.

Diese prüfen Angehörige, ob sie zahlungsfähig sind und übernehmen die restlichen Kosten im Regelfall. Angehörige ersten Grades sind laut Gesetz dazu verpflichtet, Unterhalt bei Bedarf zu zahlen. Für erwachsene Kinder gilt ein Freibetrag, der von den Behörden nicht angetastet werden darf, wenn es um eine Unterhaltszahlung gegenüber den eigenen Eltern geht.

Die Berechnungen sind für Laien schwer nachzuvollziehen und oft haben Betroffene in der Situation nicht die Nerven für die ganzen Berechnungen. Daher empfiehlt es sich, einen Pflegedienst oder Anwalt um Rat zu fragen.

Informieren Sie sich im Vorfeld

Bevor Sie sich für einen Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung entscheiden, macht es Sinn, sich umfassend zu informieren. Oft ist schon die Entscheidung, auf ein Pflegeheim zurückzugreifen, sehr schwer für Betroffene und Angehörige zu treffen.

Da hilft es, sich von außen durch einen Pflegedienst helfen zu lassen. Pflegedienste kennen sich mit diesen Sachen bestens aus und können beraten, ob es alternativ ambulante Möglichkeiten gibt.