Der MDK – erster Ansprechpartner bei Pflegebedürftigkeit in Berlin

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen, der MDK, entscheidet bei allen Versicherten, ob eine Pflegebedürftigkeit besteht – er ist damit der erste Ansprechpartner bei beginnender Pflegebedürftigkeit. Anhand des erstellten Gutachtens des MDK entscheidet dann die Pflegeversicherung, ob eine Pflegestufe zuerkannt wird, und welche Pflegestufe zutreffend ist. Wie die Begutachtung erfolgt, und was Ihnen bei der Begutachtung hilft, damit die Pflegestufe tatsächlich auch richtig und zutreffend eingeschätzt werden kann, haben wir hier kurz für Sie zusammengestellt.

Wie läuft eine Begutachtung eigentlich ab?

Zuallererst müssen Sie einen Antrag auf den Bezug von Leistungen aus der Pflegeversicherung stellen. Ohne diesen Antrag passiert gar nichts. Diesen Antrag kann man als Pflegebedürftiger selbst stellen, allerdings darf auch die bevollmächtigte Person oder der gesetzliche Betreuer den Antrag stellen.

Nach Bearbeitung des Antrags teilt der zuständige MDK in Berlin einen Termin zur Begutachtung zu. Diese Begutachtung erfolgt immer im Wohnbereich – das wird in der Regel beim Erstantrag das eigene Zuhause sein, kann aber auch ein Pflegeheim sein, wenn man dort bereits lebt.

Bei der Begutachtung wird von einer speziell dafür ausgebildeten, erfahrenen Pflegekraft geprüft, inwieweit man genau festgelegte alltägliche Verrichtungen noch selbst durchführen kann, und inwieweit man dazu Hilfe benötigt. Es geht dabei um drei grundlegende Bereiche: Körperpflege und Hygienemaßnahmen, Essen und Mobilität.

In einzelnen Bereichen kann man als Pflegebedürftiger entweder Beaufsichtigung und Anleitung, Unterstützung oder eine vollständige Übernahme der Verrichtung benötigen – etwa wenn man durch Lähmungen nach einem Schlaganfall gar nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu waschen. Je nachdem, welcher Grad an Hilfebedürftigkeit in welchen Bereichen besteht, wird danach eine Empfehlung für die Pflegestufe ausgesprochen. Die Pflegekräfte, die die Begutachtung durchführen, nehmen sich dabei ausreichend Zeit, die Situation zu prüfen und auch das Wohnumfeld auf mögliche Verbesserungen hin zu überprüfen.

Das Pflegetagebuch

Eine große Hilfe – auch für die Gutachter – ist es, wenn Sie den Pflegebedarf über einige Zeit dokumentieren können. Schreiben Sie einfach auf, wo und vor allem auch wann (Tageszeit) welche Hilfe in welchem Umfang benötigt wird. Das macht es dem Gutachter leichter, sich ein klares Bild von der Pflegebedürftigkeit zu machen. Gerade bei körperlichen Verrichtungen schämt man sich oft, anzugeben, dass man Hilfe braucht – das ist aber in diesem Fall falsch verstandene Scham. Gerade der Bereich der Intimpflege und die Hilfebedürftigkeit in diesem Bereich sind ein wichtiges Kriterium für die Einstufung. Offen auch Problembereiche anzusprechen, ist hier in jedem Fall hilfreich.

Besondere Hilfe bei Demenz

Menschen, die unter Demenz, bestimmten psychischen Erkrankungen oder einer geistigen Behinderung leiden, sind zwar körperlich oft durchaus in der Lage, Maßnahmen zur Körperpflege selbständig durchzuführen – sie benötigen aber oft in hohem Maß Anleitung und Beaufsichtigung. Diesem Umstand wird im Pflegegutachten in jedem Fall Rechnung getragen, für Menschen, die an Demenz leiden, sind auch besondere Hilfen vorgesehen.

Gerade hier ist das Pflegetagebuch wiederum eine große Hilfe für die Begutachtung, weil es den Gutachter in die Lage versetzt, den tatsächlichen Zeitaufwand bei der Pflege wesentlich realistischer abzuschätzen. Immerhin ist auch bei Menschen mit Demenz der nötige Zeitaufwand für die Pflege das ausschlaggebende Kriterium für die Höhe der zuerkannten Hilfe. Bei vielen Menschen mit Demenz muss dieser Zeitaufwand oft ganz individuell ermittelt werden. Je leichter Sie das dem Gutachter machen, desto zutreffender werden Sie auch eingestuft.

Das Gespräch mit dem Gutachter

Haben Sie keine Angst vor der Begutachtung. Der Gutachter ist auch nicht ihr Feind – immerhin versucht er festzustellen, welches Maß an Hilfe Sie tatsächlich benötigen, und ob die Zuerkennung einer Pflegestufe und von Pflegesachleistungen angebracht ist. Er wird auch versuchen, Ihnen Hinweise und Tipps zu geben, wie Sie im Alltag vielleicht leichter zurecht kommen, und welche Hilfen Sie verwenden können. Betrachten Sie das Gespräch daher als positiv – es ist jemand, der Ihnen helfen möchte. Seien Sie offen und ehrlich, und sagen Sie ehrlich, was alles nicht mehr selbst klappt – Scham und Heldentum sind hier unangebracht, weil es Sie um die Hilfe bringt, die Ihnen zusteht. Optimal wäre natürlich, wenn auch die pflegenden Personen während der Begutachtung zugegen sind, da Sie oft wesentliche und entscheidende Aspekte zum dem Bild beitragen können, das sich der Gutachter vom MDK in Berlin macht.