Intensivpflege in Berlin

Immer mehr scheint sich herauszukristallisieren, dass die Zukunft der Pflege wohl in weiten Bereichen ambulant sein wird. Bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkten Vitalfunktionen stellt das eine ganz besondere Herausforderung dar – aber bereits heute gibt es zahlreiche Angebote zur Intensivpflege im häuslichen Umfeld. Wie das aussehen kann, wollen wir in diesem Beitrag einmal näher beleuchten.

Was bedeutet eigentlich Intensivpflege?

Intensivpflege bedeutet nicht besonders intensive Pflege. Der Begriff wird zwar von manchen Anbietern für die generelle 24-Stunden-Pflege durch im Haus bleibende Pflegekräfte benutzt – im medizinischen Sinn findet Intensivpflege aber immer dann statt, wenn bei den Pflegebedürftigen ein oder mehrere Organe nicht mehr funktionieren und durch entsprechende Maschinen oder Vorrichtungen ersetzt werden müssen.

Das kann etwa bei einem künstlich beatmeten Patienten der Fall sein, der auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist, weil bestimmte Störungen des Nervensystems oder der Atemmuskulatur das notwendig machen. Hier hat sich seit längerem schon der Begriff der „Heimbeatmung“ im medizinischen und pflegerischen Bereich durchgesetzt. Hier liegt auch der häufigste Anwendungsbereich für die häusliche Intensivpflege.

Zur Grundpflege kommt hier eine zusätzliche Behandlungspflege, die alle Maßnahmen umfasst, die medizinisch notwendig sind – vom Absaugen der Trachealkanüle bis hin zur Überwachung der Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte der Atmung (Pulsoxymetrie und Kapnometrie).

Weitere Einsatzgebiete, die Intensivpflege notwendig machen können, ist die Ernährungstherapie mittels einer Magensonde, die permanente Medikamenten- oder Schmerzmittelgabe über Infusionssysteme (Motorspritze) oder permanente Katheterisierung.

Alle diese Maßnahmen können auch im häuslichen Umfeld durchgeführt werden, und Patienten mit diesen Einschränkungen können auch zuhause betreut und entsprechend medizinisch überwacht werden. Die Pflegearbeit wird hier ausschließlich von examiniertem Pflegepersonal durchgeführt, wenn notwendig wechselt sich das Pflegepersonal in Schichten ab und steht 24 Stunden zur Verfügung.

Ist Intensivpflege im häuslichen Umfeld bei älteren Menschen sinnvoll?

Bei Kindern scheint die Durchführung von Intensivpflege zuhause irgendwie noch einleuchtender zu sein, bei älteren Menschen dagegen eher weniger. Als ein genereller Ersatz für den Aufenthalt in einem Pflegeheim kann Intensivpflege ganz sicher nicht gesehen werden – aber durchaus als eine mögliche Alternative in einzelnen Fällen.

Die liebevolle, von erfahrenen Fachkräften unterstützte Pflege im vertrauten häuslichen Umfeld und unter Miteinbeziehung der vertrauten Angehörigen kann für einen pflegebedürftigen Menschen durchaus ein hohes Maß an Lebensqualität bedeuten. Auch für jene Menschen, die in ihren letzten Tagen oder Wochen gerne zuhause sein möchten, umgeben von ihren geliebten Angehörigen. Es ist ein besonderer Liebesdienst, jemand auf diesem letzten Weg zuhause zu begleiten, und ihm einen Abschied im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.

Im allgemeinen wird wohl die Intensivpflege zuhause die Heimpflege niemals völlig ersetzen können – weil sich nicht jedes häusliche Umfeld wirklich dafür eignet, aber auch wegen der hohen Kosten. Selbst bei Pflegestufe III und bei einem bestehenden Härtefall werden maximal 700 Euro Pflegegeld und 1.918 Euro Sachleistungen ausbezahlt – für eine Intensivpflege rund um die Uhr ist immer noch weitaus zu wenig.

Es ist, wie schon erwähnt, aber immerhin eine mögliche Alternative, die in sehr vielen Fällen für eine hohe Lebensqualität des Betroffenen sorgen kann. Die Einschränkungen und die – auch psychische – Belastung für die Angehörigen, die dadurch entsteht, sollte aber ebenfalls nicht unterschätzt werden. Die Entscheidung für eine Intensivpflege zuhause sollte deshalb immer nach reiflicher Überlegung und entsprechender Beratung von durchführenden Fachpflegediensten getroffen werden.