Betreutes Wohnen Berlin

Beim Älterwerden ändert sich vieles, sobald Senioren feststellen, dass sie nicht mehr in der Lage sind, alle anfallenden, alltäglichen Arbeiten selbst zu erledigen.

Da wird Unterstützung nötig, um ein menschenwürdiges Leben fortführen zu können. Je nach Einschränkung der Senioren, reicht eine Haushaltshilfe, die dafür sorgt, dass die Wohnung sauber und ordentlich bleibt oder eine Pflege, die bei der Körperhygiene unterstützt.

In manchen Fällen wird intensivere Pflege benötigt, wenn ein älterer Mensch bettlägerig ist oder eine höhere Pflegestufe hat. In Pflegeheime möchten viele ältere Menschen nicht, da sie damit viele negative Emotionen verbinden. Zudem ist nachgewiesen, dass es sich positiver auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirkt, wenn ältere Menschen in ihrer Selbstständigkeit nicht eingeschränkt werden. Besser ist es, sie angemessen zu unterstützen.

Eine gute Alternative zu einem Pflegeheim ist Betreutes Wohnen.

Betreutes Wohnen in den eigenen vier Wänden

In den eigenen vier Wänden möchten viele Senioren wohnen bleiben, solange es möglich ist. Je nach persönlicher Situation ist dies im höheren Alter jedoch oft nicht ohne Unterstützung möglich. Hilfe im Haushalt, beim Essen zubereiten, Körperhygiene, medizinischen Angelegenheiten und im Umgang mit Behörden sind mit zunehmendem Alter notwendig.

Dadurch wird ein menschenwürdiger Lebensstandard sichergestellt, der ohne diese Unterstützung nicht möglich wäre. Ein Betreuer, der sich darum kümmert, dass diese Bereiche angemessen durch Pflegekräfte abgedeckt sind, ist für jeden Senior, der in seiner Wohnung betreut werden möchte, eine gute Alternative zu Pflegeheimen.

Ist ein älterer Mensch gänzlich unfähig, sein Leben in den einfachsten Bereichen zu gestalten, kann ein gesetzlicher Betreuer bei Gericht beantragt werden. Dieser kümmert sich um alle wichtigen Lebensbereiche der älteren Person und ist berechtigt im Notfall auch gegen den Willen des älteren Menschen zu handeln. Dies kann beispielsweise sein, wenn ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig ist oder festgestellt wird, dass kein Weg um eine Pflegeeinrichtung führt.

Ebenso kann ein gesetzlicher Betreuer die Finanzen überwachen und das zur Verfügung stehende Geld, wie beispielsweise Rente, so einteilen, dass der ältere Mensch gut über den Monat kommt. Er schaut danach, dass alle wichtigen Rechnungen bezahlt und genug Lebensmittel und Pflegeprodukte vorhanden sind. Eine freiwillige Betreuung kann von Angehörigen oder dem älteren Menschen selbst beantragt werden über entsprechende Einrichtungen.

Die Kosten werden hier vom Sozialamt geprüft und der Betreuer bzw die Betreuerin kümmert sich um alle Belange, die schriftlich vereinbart wurden. Selbstständig darf in dieser Betreuungsform ein Betreuer nichts entscheiden, es muss grundsätzlich das Einverständnis der zu betreuuenden Person oder des Vormundes eingeholt werden.

Um in den eigenen vier Wänden betreut wohnen zu können, wird oft eine Kombination angewendet aus mehreren Säulen:

  • Haushaltshilfe

Eine Haushaltshilfe, die Tätigkeiten übernimmt, die der ältere Mensch nicht alleine bewältigen kann oder mit diesem zusammen den Haushalt in Angriff nimmt.

  • Pflegekraft

Eine Pflegekraft, die sich um die medizinische Versorgung kümmert, soweit dies ambulant möglich ist. Des Weiteren kümmert sich ein Pfleger oder eine Pflegerin darum, dass Arzttermine wahrgenommen werden und gibt Medikamente, die nötig sind.

Auch kümmert sich eine Altenpflegerin oder ein Altenpfleger darum, dass die Körperhygiene sichergestellt ist und hilft beim Duschen, Baden oder Waschen und beim Ankleiden.

  • Seniorenbetreuung

Ein Seniorenbetreuer, der sich um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung kümmert wie Spaziergänge, Pflege und Aufbau sozialer Kontakte. Formelle Angelegenheiten mit Behörden und eine Anpassung der unterstützenden Maßnahmen werden auch von einem Betreuer übernommen. Zudem ist ein Seniorenbetreuuer in den meisten Fällen auch Ansprechpartner für bestehende oder aufkommende persönliche Probleme des älteren Menschen.

Betreutes Wohnen in einem Wohnkomplex

Eine weitere Option für ein betreutes Wohnen ist ein Umzug in eine spezielle Senioreneinrichtung, die sich auf Betreutes Wohnen spezialisiert haben. Der ältere Mensch bezieht eine Wohnung oder ein Zimmer in einer Einrichtung, in der auch andere Senioren wohnen.

In Gemeinschaftsräumen treffen sich die Wohnenden, um gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen und sich zu unterhalten. In einer gemeinschaftlichen Küche kochen ältere Menschen mit einer Wirtschaftskraft, die darauf achtet, dass ein ausgewogenes und gesundes Essen zubereitet wird und unterstützend agiert.

Frühstück und Abendessen werden ebenso nach den vorhandenen Möglichkeiten mit den Senioren zusammen organisiert und gemeinsam gegessen. Sanitäre Einrichtungen sind in den meisten Fällen separat an die Appartments angeschlossen oder Teil einer Seniorenwohnung.

Barrierefreies Wohnen steht bei den Wohneinrichtungen im Vordergrund, damit ältere Menschen weitestgehend selbstständig und würdevoll leben können. Verpflichtungen im Haushalt bestehen für die älteren Menschen nicht zwangsläufig, da ein Reinigungsdienst für die Sauberkeit und Hygiene sorgt.

Selbstverständlich orientieren diese sich nach den Bedürfnissen der Bewohner. Bewohner, die in der Lage sind, ihre Appartments selbst sauber zu machen können dies tun und werden lediglich angemessen unterstützt. Ein Wäscheservice sorgt dafür, dass Schmutzwäsche regelmäßig gewaschen und ordentlich zusammengefaltet wieder in den Schränken der Bewohner einer Senioreneinrichtung, landet.

Qualifizierte Seniorenbetreuer sind für die Bewohner des betreuten Wohnens vor Ort und beraten Angehörige und die Senioren bezüglich Behörden und sämtliche Themen ums Alter. Müssen die Bewohner der betreuten Einrichtung einkaufen oder zu Terminen, können sie begleitet und gefahren werden.

In einer guten Einrichtung für Betreutes Wohnen hat jeder Bewohner die Möglichkeit rund um die Uhr einen Pfleger zu erreichen, der schnell vor Ort ist. Festlichkeiten und Ausflüge werden organisiert, soziale Kontakte zueinander gefördert und ansprechende Freizeitaktivitäten angeboten.

Ambulante Pflegedienste werden professionell vermittelt und kümmern sich um medizinische Belange.

Vorteile des Betreuten Wohnen in einer Senioreneinrichtung
  • Kostengünstiger als Betreutes Wohnen Zuhause
  • Förderung und Erhaltung der Selbstständigkeit, soweit dies möglich ist
  • Haushalt und Wäschereinigung kann vor Ort übernommen werden
  • Erhaltung und Förderung sozialer Kontakte
  • Rund um die Uhr ist im Regelfall ein Notdienst erreichbar, der von jeder Wohnung erreichbar ist
  • Entlastung von Angehörigen, da diese wissen, dass ihre älteren Angehörigen in guten Händen sind

 

Dass das Betreute Wohnen eine gute Möglichkeit ist für ältere Menschen, zeigt das Beispiel von Marianne:

„Ich bin 74 Jahre alt und wohne seit fast einem Jahr im Betreuten Wohnen. Ich bewohne ein Zimmer mit 25 m² und habe ein kleines Bad. Morgens kommt eine nette Pflegerin zu mir und hilft mir, mich zu duschen und beim Ankleiden. Danach trinke ich meinen Kaffee,frühstücke und schaue ein bisschen fern.

In meinem Zimmer hab ich mein Bett von Zuhause und mein Nachtschränkchen, auf dem ich Bilder hab von meinen Kindern und Enkelkindern. Mittags kochen wir meistens in einer großen Küche und essen zusammen. Hier wohnen noch andere Menschen in meinem Alter und wir verstehen uns gut. Meine Nachbarin ist die Josefine, die kommt manchmal zu mir rüber und wir spielen Karten. Sie tut mir manchmal Leid, weil sie fast nie Besuch bekommt.

Ich hab es da etwas besser, weil meine Kinder und Enkelkinder meistens am Wochenende vorbeikommen und wir dann zusammen in den Park gehen oder im Restaurant essen. Manchmal kommt meine Enkeltochter nach der Schule zu mir und macht ihre Hausaufgaben bei mir. Meine getragene Wäsche und Handtücher mach ich in einen Korb, der einmal in der Woche abgeholt und gewaschen wird. Wenn schönes Wetter ist, geh ich oft in den Garten.

Dort sind Bänke, auf die wir uns hinsetzen können und viele Blumen. Wir können dort mithelfen, wenn da neue Blumen gepflanzt werden oder Hecken geschnitten. Wir haben dort auch Apfel- und Kirschbäume. Aus dem Obst kochen wir Marmelade oder machen Kuchen. Was mir hier gut gefällt, ist, dass wir oft Ausflüge machen und die Geburtstage feiern. Daheim war ich meistens alleine an meinem Geburtstag oder meine Familie kam zum Kuchen essen vorbei.

Hier sind viele in meinem Alter und wir haben Musik gehört und ein bisschen getanzt. Vor zwei Wochen sind wir ins Schimmbad gefahren. Schön war es, dass dort ein Trainer war, der mit uns Wassergymnastik gemacht hat. Ich hoffe, dass wir das nochmal machen, weil mir das Spaß gemacht hat. Ich muss viele Medikamente nehmen, weil ich Diabetes und Probleme mit dem Blutdruck habe.

Ich hatte auch eine Operation am Herz und darf nicht soviele anstrengende Sachen machen. Da kommt einmal am Tag eine Pflegerin bei mir vorbei, die mich an meine Tabletten erinnert und mir neue bringt, wenn meine leer sind. Daheim habe ich manchmal meine Tabletten vergessen zu nehmen und es ist gut, dass da jemand danach schaut. Ich wollte am Anfang daheim nicht ausziehen und habe lange abgelehnt, dass fremde Leute mir beim Duschen helfen oder meine Wäsche waschen.

Da hatte ich auch oft Streit mit meinen Kindern, weil ich lieber wollte, dass die mir helfen. Als die klein waren, hab ich mich ja auch um die gekümmert und nun bin ich alt und ich hatte das Gefühl, dass die mich abschieben wollen, weil sie sich jetzt mal um mich kümmern sollen.

Nach ein paar Monaten habe ich mich überreden lassen, mir das hier anzuschauen und es hat mir gut gefallen. Aber ich habe trotzdem viel geweint, als ich aus meiner eigenen Wohnung ausziehen musste. Am Anfang war ich auch ziemlich gemein zu den Leuten hier und wollte nicht aus meinem Zimmer.

Nach ein paar Wochen habe ich dann die Josefine kennengelernt, der ging es auch so, aber sie hat mich überredet, die Aktivitäten mitzumachen und die anderen kennenzulernen. Und mittlerweile fühl ich mich wohl hier. Auf meine Kinder bin ich nicht mehr sauer und ich bin echt froh, dass sie so oft vorbeikommen. Bei den meisten anderen hier ist es so, dass sie fast nie Besuch haben.“