Ambulante Pflegedienste
Ambulante Pflegedienste in der Form, wie sie heute tätig sind, haben sich erst in den letzten Jahrzehnten etabliert. Zuvor wurden unterschiedliche Pflegebedürfnisse meist aus einer Hand übernommen, was in der Regel durch kirchliche und karitative Dienste gewährleistet wurde. Außerdem muss auch bei der Art der Pflege eine Unterscheidung gemacht werden.

 

Nicht unerheblich sind auch die Leistungsbereiche, die teilweise durch die Krankenkassen, aber auch durch den Pflegeempfänger selbst erbracht werden.
Die verschiedenen Bereiche der ambulanten Pflege
Zunächst müssen die Pflegedienste nach der Art ihrer Tätigkeit unterschieden werden. Es gibt folgende Bereiche:

 

– die Altenpflege
– die Kinderpflege
– die häusliche Krankenpflege
– damit einhergehend zahlreiche häusliche Aufgaben, die unterschiedlich abgerechnet werden

 

Die Idee hinter der ambulanten Pflege
Ambulante Altenpflegedienste sollen es den Menschen ermöglichen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung leben zu können. Dadurch werden auch die zu pflegenden Menschen mehr geistig gefordert, zugleich wird eine gewisse Lebensqualität gewahrt. Anders herum betrachtet soll die ambulante Altenpflege Menschen dabei unterstützen, dass Heimaufenthalte entweder möglichst knapp oder überhaupt nicht notwendig sind.

 

Aufgaben der ambulanten Pflege
Dabei ist die Aufgabe des Pflegepersonals nichts ausschließlich die medizinische Pflege des betreffenden Menschen. Angehörige sollen zudem in ihrer Pflegetätigkeit unterstützt werden. Außerdem zeigen sie den Angehörigen, wie bestimmte Pflegemaßnahmen professionell umzusetzen sind. Das schließt Informationen und Beratungen in Bezug auf präventive und prophylaktische Pflegemaßnahmen ebenfalls mit ein.

 

Der Umfang der ambulanten Pflegedienstleistungen wird individuell bestimmt
Der Umfang der Pflege wird durch die jeweils gegebenen persönlichen Umstände definiert. So kann die ambulante Pflege der Pflegedienste unterstützend sein (die Pflege durch Angehörige unterstützen), Teilaufgaben oder der gesamte Pflegebedarf werden übernommen. Teilaufgaben können so aussehen, dass bestimmte Pflegemaßnahmen ausschließlich durch den Pflegedienst ausgeführt werden, weil die Angehörigen nicht dazu in der Lage sind. Unterstützend Pflege wäre gegeben, wenn für die Zeit, in der Angehörige keine Zeit haben (Beruf, eigene Kinder usw.) der ambulante Pflegedienst benötigt wird.

 

Die Entwicklung der ambulanten Pflege hin zur Palliativbetreuung
Dabei entwickelt sich auch die ambulante Pflege immer stetig weiter. So hat die Palliativmedizin längst auch den ambulanten Pflegedienst erreicht. Dazu ist aber ein speziell palliativ geschulter ambulanter Pflegedienst notwendig. Dennoch wird auch hier die palliative Patientenbehandlung immer mehr in den Vordergrund treten. Dabei darf die Palliativbehandlung keinesfalls ausschließlich mit Wund- und Schmerz-Management gleichgesetzt werden. Vielmehr stellt das einen kleinen Teil der palliativen Behandlung dar.

 

Leistungen und Möglichkeiten der ambulanten Pflege – vor allem ein bürokratischer Dschungel

Insbesondere für die zu pflegenden Menschen, aber natürlich auch die pflegenden Angehörigen, ist es nicht ganz unkompliziert, die Angebote der ambulanten Pflegedienste zu beanspruchen. Schon alleine der Weg von der Entscheidung zugunsten eines ambulanten Pflegedienstes bis zu dessen tatsächlichen Einsatz ist kompliziert, zeitaufwendig und vor allem mit einer enormen Bürokratie verbunden. So ist es für die meisten älteren Menschen nahezu unmöglich, sich einen Überblick über die Leistungen von ambulanten Pflegediensten zu verschaffen. Selbst für Angehörige ist es sehr schwer, sich mit sämtlichen Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Pflegestufen und Grundleistungen

Von großer Bedeutung ist zunächst die Pflegestufe des zu pflegenden Menschen. Danach werden bestimmte Grundleistungen erbracht. Das betrifft die medizinische Hilfe, zum Teil aber auch hauswirtschaftliche Anforderungen. Während besondere Maßnahmen meist gesondert abzurechnen sind, werden bestimmte Grundleistungen in Pauschalen zusammengefasst. Eine Einzelbewertung nach Kosten erfolgt anhand eines Punktwertsystems, das für sämtliche möglichen Dienstleistungen ausschlaggebend ist.

Zusätzliche Ansprüche zur Grund- und hauswirtschaftlichen Pflege

Jedoch haben viele Patienten und Angehörige schon Probleme damit, den tatsächlich zustehenden Umfang der Leistungen exakt zu umreißen. So wissen viele pflegende Angehörige beispielsweise nicht, dass sie auch Anspruch darauf haben, dass Patienten kurzfristig in Pflegeheimen untergebracht werden können, wenn wichtige Termine einzuhalten sind oder weil eben einmal Urlaub fällig ist. Zahlreiche soziale Stellen aus dem kirchlichen und karitativen Bereich beraten hier ergänzend umfassend und detailliert, welche Ansprüche sich für Patienten und Angehörige aus der ambulanten Pflege ergeben.

Viele Menschen wissen wenig über die ambulante Pflege, ihre Ansprüche und Vorgaben dazu

Dazu gehört auch das Informieren über den Ablauf der ambulanten Pflege. Denn viele Menschen interpretieren die Hilfe von ambulanten Pflegediensten falsch. Natürlich sollen ambulante Pflegedienste auch pflegende Angehörige unterstützen. Jedoch prallen hier immer wieder Welten aufeinander, was die Vorstellungen der Angehörigen und die professionelle Pflegeumsetzung betrifft. Auch, um hierzu einen besseren Zugang zu finden, haben wir dieses Pflegemagazin gegründet. Es soll Patienten, Angehörige wie auch Pflegekräfte dabei unterstützen, sämtliche Möglichkeiten besser zu verstehen und auch optimal zusammenzuarbeiten.