24 Stunden Seniorenbetreuung

Sich tagsüber um die Pflege eines Menschen zu kümmern, ist  häufig gut planbar. Problematisch wird dies jedoch, wenn sich der Gesundheitszustand des Pflegebedürftigen rapide verschlechtert oder eine Betreuung auch nachts nötig wird.

Hier ist oft guter Rat teuer und Angehörige selbst können sich nachts oder im Notfall nur um den älteren Menschen kümmern, wenn diese im selben Haushalt oder quasi um die Ecke wohnen.

Allerdings ist dies sehr kräftezehrend, da tagsüber der normale Alltag abläuft, indem die Angehörigen ihre Familie zu betreuen haben und einem Job nachgehen müssen. Viele entscheiden sich zum Beauftragen eines ambulanten Pflegedienstes, der rund um die Uhr eine Betreuung anbietet.

Betreuung im Notfall und in der Nacht

In der Nacht und im Notfall ist es manchmal lebenswichtig, dass bei einer erkrankten Person rechtzeitig reagiert wird. Bei manchen Menschen ist nachts die Versorgung durch zwei Pfleger nötig, wennn diese z.B. übergewichtig sind oder besonders schwere Erkrankungen haben. Viele Pflegedienste arbeiten jedoch strikt von 8h bis 18h.

Wenn Sie selbst nicht immer verfügbar sind, aber Ihr Angehöriger rund um die Uhr jemanden erreichen können muss, sollten Sie einen Pflegedienst auswählen, der auch bereit ist, nachts und im Notfall zu reagieren. Manche ältere Menschen können dazu anrufen oder sich über einen Notruf verständigen, der den Pflegedienst direkt informiert.

Ein Notruf wird oft durch das Betätigen eines Knopfes ausgelöst, den eine erkrankte Person bei sich führt. Es wird ein Signal beim Auslösen des Knopfes an einen Empfänger übertragen, was in dem Fall eine ambulante Pflegeeinrichtung ist. Die Mitarbeiter sind dadurch in Sekunden informiert, dass etwas ungewöhnliches vorgefallen ist und können direkt darauf reagieren.

Es beruhigt viele pflegebedürftige Menschen, wenn sie wissen, dass im Notfall einfach jemand verständigt werden kann, der dann direkt vorbeikommt. Oft fällt es pflegebedüftigen Menschen leichter, bekannte Pfleger als fremde Personen zu informieren, wenn sie bemerken, dass etwas nicht stimmt. Die wenigsten rufen freiwillig einen Notarzt an, zumal sie damit überfordert sind, ihre Krankheitsgeschichte zu erklären.

Ein Pfleger kann sich bei dem Betätigen eines Notrufes um die nötigen medizinischen Maßnahmen kümmern und auch eine Fahrt ins Krankenhaus veranlassen.

Lisa Methmann ist die Tochter der pflegebedürftigen Theresa Methmann:

“ Meine Mutter ist 48 Jahre alt, aber benötigt eine intensive Betreuung seitdem Sie von einem Auto angefahren wurde. Sie sitzt seitdem im Rollstuhl und benötigt in vielen Bereichen Unterstützung.

Anfangs haben mein Vater und ich uns um sie gekümmert, aber das wurde mit der Zeit eine zu große Belastung. Zumal sie seit dem Unfall auch wie ausgewechselt von ihrem Charakter ist. Früher war sie immer am Lachen und voller Energie und seit sie nicht mehr laufen kann ist sie sehr ruhig, spricht kaum noch und ist völlig verschlossen.

Sie muss zur Physiotherapie und Psychotherapie seit diesem Vorfall. Bei der Körperpflege benötigt sie ebenso Unterstützung. Manchmal verweigert sie auch das Essen und wir wussten einfach nicht weiter. Ich fand es merkwürdig, sie zu duschen und habe gemerkt, dass ihr das sehr unangenehm gewesen ist.

Nach den ersten drei Wochen, in denen meine Mutter wieder daheim war, haben mein Vater und ich uns für einen Pflegedienst entschieden, der sich um sie kümmern sollte. Da ich im letzten Lehrjahr bin meiner Ausbildung, habe ich nicht immer die Zeit, um mich geduldig um meine Mutter zu kümmern.

Mein Vater arbeitet im Schichtdienst und kann sich ebenso wenig um sie immer kümmern. Der MDK stellte fest, dass meine Mutter Unterstützung benötigt, die bezuschusst wird und stellte ein Gutachten mit der Pflegestufe aus. Wir haben uns damit an einen ambulanten Pflegedienst gewendet.

Da ich viel unterwegs bin und nachts mein Vater manchmal arbeitet, haben wir nach einem Unternehmen gesucht, welches rund um die Uhr erreichbar wäre im Notfall. Einige Pflegedienste sind an dieser Stelle ausgeschieden, da diese das ausgeschlossen hatten. Über die anderen ambulanten Dienste haben wir uns näher informiert und uns drei angesehen.

Bei einem kannte die Mitarbeiterin sich mit Traumata aus und sie verstand sich direkt gut mit meiner Mutter. Vielleicht spielte es hier auch eine Rolle, dass sie im selben Altersbereich gewesen ist oder dass sie einfach Spaß an ihrem Job hat. Meine Mutter bekam ihre Handynummer und speicherte sich ihre Telefonnummer auf Kurzwahl für den Notfall.

Nach Vertragsabschluss wurde die Kostendeckung geklärt und die nette Dame kam ab dann jeden Tag bei meiner Mutter vorbei und kümmerte sich um ihre Belange. Sie brachte sie auch zu den Arztterminen und hat mittags mit ihr zusammen gegessen, wenn mein Vater da am Arbeiten war.

Die 24h Erreichbarkeit des Pflegedienstes ist eine echt gute Sache, da sonst nachts meine Mutter vor ein paar Wochen aufgeschmissen gewesen wäre: sie ist nachts aus ihrem Rollstuhl gekippt und hat sich dabei den Arm gebrochen. Ihr Handy befand sich in einem kleinen Beutel am Rollstuhl und sie konnte die Kurzwahltaste drücken.

Der Pflegedienst kam in ein paar Minuten vorbei und kümmerte sich um die medizinische Versorgung und eine Einlieferung ins Krankenhaus. „